Weniger Stress durch vorbereitete Mahlzeiten

An manchen Tagen läuft einfach alles aus dem Ruder und der Tag müsste ein paar Stunden mehr haben oder mir selbst fehlt Energie, weil ich erkältet bin. Und dann steht auch noch das Essenkochen an, mit all seinen Vorbereitungen und kleinen Handgriffen. Mit einem Fingerschnippsen das Essen auf den Tisch zu zaubern wäre verlockend, ist aber leider unmöglich. Da liegt der Griff zu Fertigmahlzeiten oder der Weg zum Fast-Food-Imbiss nah. Fertigmahlzeiten und Fast Food sind aber selten gesund und oft teuer.  Wir zahlen dafür, dass andere für uns vorkochen und uns Zeit für Einkaufen, Planung und Zubereitung abnehmen. Manche Fertiggerichte sind aber auch erschreckend günstig. Das wirft die Frage auf, wie diese überhaupt so günstig produziert werden können. Bei vorgefertigtem Essen geben wir die Kontrolle über die Qualität der Zutaten aus der Hand. Und auch die scheinbar durch Fast Food gesparte Zeit ist trügerisch. Die Fahrt zum Fast Food Imbiss kann ebenso zu Hause zur Zubereitung eines einfachen, nahrhaften und günstigen Essens genutzt werden. 

Wenn die Kinder oder wir selbst krank sind, wir auf dem Rückweg von der Arbeit im Stau stehen, unverhofft Dinge passieren oder wir uns einfach vertrödelt haben geraten wir in Stress, spätestens sobald das erste Kind hungrig wird. Das Vorbereiten von Mahlzeiten kann in turbulenten Zeiten hilfreich sein. Es gibt verschiedene Tricks, wie sich diese Vorarbeit umsetzen läßt, sodass Du schnell auf eine gesunde und preiswerte Mahlzeit zurückgreifen kannst. Und neben dem Zeitgewinn bei der Mahlzeitenvorbereitung verhindert das auch die Verschwendung wertvoller Lebensmittel, Hektik und Ärger. 

  • Größere Mengen kochen und das überschüssige Essen Einfrieren. Das geht sehr gut bei Suppen und Eintöpfen, Soßen oder ähnlichem. Die zusätzliche Arbeit für die größere Menge fällt kaum ins Gewicht und das Essen braucht nur noch aufgetaut zu werden. Viele Suppen schmecken aufgewärmt noch viel besser, wie meine geliebte Linesensuppe.
  • Gemüse vorschneiden. Gemüse für eine Suppe läßt sich gut vorschneiden und als komplettes Suppenpaket einfrieren. Dazu einfach alle Zutaten in einen Gefrierbeutel oder eine Dose geben und Einfrieren. Das Gemüse kann für einen kräftigeren Geschmack vor dem Einfrieren im Topf oder im Backofen geröstet werden. Gut geeignet für Suppen, bei denen alle Zutaten ungefähr gleich lang Kochen müssen, wie eine Frühlingssuppe. 
  • Überschüssige Lebensmittel sichern. War der Hunger wieder einmal zu groß und wir haben viel zu viel eingekauft, verderben schnell wertvolle Lebensmittel. Ein Gemüsekuchen ist da eine gute Idee, um Gemüse, aber auch Eier, Sahne und Käse vor dem Verderben zu bewahren. Einmal gebacken, lässt er sich einfrieren und wieder auftauen. Vor dem Servieren nur noch den Kuchen kurz im heißen Backofen erwärmen und schon schmeckt er wie frisch gebacken.
  • Einkochen. Was unsere Omas genutzt haben, ist auch heute noch eine gute Idee, um Essen vorzubereiten, egal ob im Einkochtopf oder im Backofen. Kompott lässt sich schnell und einfach einkochen, aber auch Salate aus Rote Beete, Bohnen oder sonstigem Sommegemüse. Saisonal und günstig eingekauft, kann durch das Einkochen ein lang haltbarer Vorrat angelegt werden. Wir bekommen im Sommer manchmal Obst und Gemüse von Bekannten mit großen Gärten geschenkt. Das kommt meist unverhofft und würde verderben, bevor wir es essen können. Daher kochen wir es meist ein. Gläser und Flaschen zum Einkochen kann man kaufen, aber gebrauchte Marmeladengläser, Flaschen von Tomatensoße oder ähnlichem erfüllen den selben Zweck. Die Gefäße müssen nur unbeschädigt sein und einen Deckel aus Metall haben. Das Einkochen hat gegenüber dem Tiefkühlen den Vorteil, dass während der Lagerung keine zusätzliche Energie verbraucht wird. 

Das Vorbeiten der Mahlzeiten beansprucht natürlich auch Zeit. Aber wenn sowieso Gemüse geschnippelt wird, fällt die Mehrarbeit an ruhigen und entspannten Tagen meist nicht ins Gewicht. Man kann auch Abends statt vor dem Fernseher abzuhängen, einmal in der Woche Gemüse vorschneiden und Einfrieren oder sich mit FreundInnen treffen und gemeinsam bei einem Schwätzchen das Essen vorbereiten/ vorschneiden.

Nach einer Studie des WWF werden in Deutschland pro Jahr rund 7 Mio Tonnen Lebensmittel durch uns Endverbraucher weggeworfen. Davon ist ein Großteil vermeidbar. Es werden unvorstellbare Mengen an Lebensmitteln produziert, von denen schon am Beginn des Produktionsprozesses feststeht, dass sie am Ende nicht verzehrt werden, sondern in der Mülltonne landen. Welch eine riesige Verschwendung von Arbeitskraft, Nahrungsmitteln, Energie und Geld. Dieses Konsumverhalten vergrößert unseren ökologischen Fußabdruck enorm und sorgt indirekt dafür, dass andere Menschen auf diesem Planeten hungern und unter erbärmlichen Bedingungen arbeiten müssen. Besser geplante und vorbereitete Mahlzeiten tragen dazu bei, diesen Kreislauf zu stoppen. Dabei sind sie so bequem wie Fast Food, aber mit der vollen Kontrolle über die Zutaten und dem leckeren Geschmack von selbst gekochtem Essen.

Manchmal gibt es einfache Situationen, in denen die Pommes unterwegs sein müssen und sei es nur, weil sie lecker sind. Aber Fast Food sollte nie eine Alternative zu selbst zubereitetem Essen oder der Grund dafür sein, dass wir aus Bequemlichkeit Lebensmittel verderben lassen.

Herzliche Grüße von meinem Zuhause in Dein Zuhause!