Wie Du dich von sentimentalen Dingen trennen kannst

Seit mehr als zwei Jahren entrümpele ich inzwischen relativ konsequent meinen Besitz und alle Bereiche meines Lebens. Aber es gibt einen Punkt, der mir immer wieder Kopfzerbrechen bereitet und der am meisten Energie kostet: Das Entrümpeln von emotional aufgeladenen Dingen. Das können eigene Dinge aus meiner Kindheit sein, Kleider aus denen die Kinder herausgewachsen sind, meine Lieblingskleider, die nach Jahren des Tragens verschlissen sind, ungeliebte Geschenke, Dinge von geliebten verstorbenen Menschen.

Jeder von uns besitzt diese Dinge und jeder von uns geht anders damit um. Wenn diese Dinge in mein Leben und in das meiner Familie passen, wir sie gerne benutzen oder  ansehen, dann liegt der Fall klar:  die Dinge dürfen bleiben. Was aber, wenn die Dinge zu viel Platz beanspruchen, nicht (mehr) benutzt werden, uns an schlimme Zeiten erinnern oder kaputt sind?

Ich habe meine Erfahrungen mit dem Thema in folgenden Tipps zusammengefasst:

    • Beginne das Entrümpeln nicht mit stark emotional aufgeladenen Dingen oder Räumen in Deiner Wohnung. Zum Start nimm Dir solche Sachen vor, die sich schnell und und ohne viele Gefühle erledigen lassen, z.B. eine Küchenschublade oder den Badezimmerschrank.
    • Nimm Dir nicht zu viel auf einmal vor. Manchmal ist es schon emotional aufwühlend, sich einer Kiste zu widmen. Setz Dir ein realistisches Zeitlimit, wie lange Du heute daran arbeiten willst. Setze das Limit lieber zu kurz als zu lang, damit Du anschließend nicht zu erschöpft oder aufgewühlt bist. Unterbrich danach Deine Arbeit und setze sie an einem anderen Tag fort. Bleib auf jeden Fall am Ball!
    • Nimm Dir Zeit, Dich mit den Dingen und den Gefühlen, die sie in Dir auslösen, auseinanderzusetzen. Handelt es sich um Dinge von geliebten Menschen die verstorben sind, überlege Dir, welche schönen Erinnerungen Du an die Person hast und die Dir niemand nehmen kann. Danke ihr in Deinem Herzen für die gemeinsame Zeit.
    • Du darfst auch Geschenke aussortieren und weggeben, die Du nicht magst. Es ist Dein Leben und Deine Wohnung. Du kannst dem/ der Schenkenden liebevoll und freundlich erklären, dass Du sein Geschenk wertschätzt, es aber vorgezogen hast, das Geschenk an jemand anderen weiterzugeben, der es besser gebrauchen kann dem es besser passt. An diesem Punkt ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn niemand möchte, dass sein Geschenk gering geschätzt wird.  
    • Fertige ein Foto oder eine Zeichnung an von Dingen, die Du nicht behalten kannst oder willst, die Dir aber wichtig sind. Vielleicht fällt es Dir dadurch leichter loszulassen.
    • Gestehe Dir ein, dass diese Arbeit anstrengend ist und dass sie Dich Energie kostet. Du wirst dafür mit mehr Raum in Deiner Wohnung belohnt und bekommst Klarheit über Deine Gefühle, denn Du musst Dich bei dieser Arbeit mit ihnen auseinandersetzen.
    • Du entscheidest, welche Dinge für Dich einen sentimentalen Wert haben. Du entscheidest, ob sie in Deinem Leben weiterhin eine Rolle spielen sollen oder ob und wann Du bereit bist, sie loszulassen.
    • Überlege Dir, wer von den Dingen, die Du loslassen möchtest, profitieren kann. Der Abschied fällt leichter wenn Du weißt, dass sie für jemand anderes wertvoll sein werden.

Wir können durch diese emotional aufgeladenen Dinge nichts im Leben festhalten. Weder verstorbene Menschen, noch vergangene Zeiten. Das ist Leben. Wir können statt dessen jederzeit auf unsere Gedanken an diese Zeiten und diese Menschen zurückgreifen. Wichtiger ist es, im Jetzt zu leben und für Deine Kinder und alle Menschen die jetzt da sind präsent zu sein.

Minimalismus bedeutet nicht nur, sich von physischem Balast zu befreien. Es bedeutet auch, sich den eigenen Gefühlen zu stellen, sein sie angenehm oder unangenehm und diese Gefühle zu ordnen.

Herzliche Grüße von meinem Zuhause in Dein Zuhause.

 

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